EFT Paartherapie

“Die EFT kann als pragmatische Verbindung von (1) Bindungstheorie mit (2) systemischen und (3) experientiellen Ansätzen beschrieben werden. Allen gemeinsam ist der tiefe Glaube an die Fähigkeit von Klienten, sich zu verändern und zu wachsen. Dabei ist es die Bindungsperspektive, die Therapeuten auf Kurs hält.”

Lorrie L. Brubacher, 2018

Was ist EFT Paartherapie?

Die bindungsbasierte emotionsfokussierte Therapie (EFT) ist eine integrative Kurzzeittherapie entstanden aus vier führenden psychologischen Theorien / Ansätzen, die hier mit ihren Standardwerken gelistet werden.

Bindungstheorie

Die Bindungstheorie wird seit 1991 immer weiter erforscht und tiefer verstanden. EFT-Therapeut*innen lernen, dass das Verhalten, das sie bei Paaren und Familien beobachten, unabhängig davon, wie destruktiv für die emotionale Nähe sie erscheinen mögen, im Allgemeinen die aufrichtigsten und besten Bemühungen darstellen, die Sicherheit und Zufriedenheit in ihren Beziehungen zu erreichen, nach denen wir uns alle sehnen. Zur Forschung kann in der dritten Ausgabe im „Handbook of Attachment“ im Detail nachgelesen werden.
Jude Cassidy, Phillip R. Shaver (2018). Handbook of Attachment, Third Edition: Theory, Research, and Clinical Applications

Experientielle Therapie (*) und humanistische Haltung

Heilung und Wachstum wird gefördert durch empathische Einstimmung mit einer Haltung therapeutischer Kongruenz und der Beziehungsgestaltung im gegenwärtigen Moment. Der Einfluss der Arbeit von Carl Rogers ist in der EFT allgegenwärtig. EFT-Therapeut*innen bemühen sich jederzeit, offen und empathisch zu bleiben, sich mit dem Leiden ihrer Klienten zu verbinden und ihre Unterstützung und ihr Verständnis in einfacher Sprache zu kommunizieren. Kongruent mit dem humanistischen Ansatz wird in der EFT nicht pathologisiert, sondern das natürliche Streben des Menschen nach Wachstum und Gesundheit gefördert und dessen existenziellen Dilemmata werden respektiert.

Rogers, C. R. (1961). On Becoming a Person. Deutsche Übersetzung: Entwicklung der Persönlichkeit.

(*) auch: erfahrungsorientiert, erfahrungsbasiert und klientenzentriert.

Gestalttheorie und Emotionsforschung

Rogers und seine Zeitgenossen, die Gestalttherapie praktizierten, arbeiteten daran, Klienten zu helfen, ihre emotionalen Erfahrungen als Informationsquellen zu erkennen, darüber zu sprechen, zu akzeptieren und zu nutzen, ihr Verhalten zu lenken. In ähnlicher Weise helfen EFT-Therapeut*innen ihren Klienten, ihre Emotionen zu erkennen, zu erweitern, nachzuspüren und auszudrücken, indem sie sie während der Sitzung intensivieren und reflektieren. In der experientiellen Therapie sind es Emotionen, die Erfahrungen erst Bedeutung verleihen und vorrangig unser Verhalten steuern (Lorrie L. Brubacher, 2018). In der EFT entsteht Wachstum durch emotional geladene Begegnungen in Bindungsbeziehungen.

Polster, E., & Polster, M. (1973). Gestalt therapy integrated. New York: Vintage Books. Deutsche Übersetzung: Gestalttherapie: Theorie und Praxis der integrativen Gestalttherapie

Systemisch

In der EFT verstehen Therapeut*innen das Paar oder die Familie als ein System: Was eine Person tut oder sagt, hat einen Einfluss darauf, was die andere fühlt, tut oder sagt, und so weiter. Innere Prozesse und äußere Umgebung beeinflussen einander in Beziehung, somit sind Selbst und System verbunden und ko-kreieren in emotional bedeutungsvolle Momenten.

Minuchin, S., Fishman (1981). Family Therapy Techniques. Deutsche Übersetzung: Familie und Familientherapie: Theorie und Praxis struktureller Familientherapie.